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● Ratgeber · Steuern

Sammelkarten verkaufen: Was du zu Steuern wissen musst

Privatverkauf, Ein-Jahres-Frist, Meldepflicht von eBay & Cardmarket und Differenzbesteuerung – einfach erklärt für Sammlerinnen und Sammler.

Du willst deine Pokémon-, Yu-Gi-Oh!- oder Sportkarten verkaufen und fragst dich, ob das Finanzamt mitverdient? Die gute Nachricht: Für die meisten Privatverkäufer fallen keine Steuern an. Auf dieser Seite erklären wir dir ohne Fachchinesisch, wann der Verkauf steuerfrei ist, wann nicht und was du beachten solltest.

Privatverkauf: Wann ist der Verkauf steuerfrei?

Wer gelegentlich Teile seiner eigenen Sammlung verkauft, handelt privat. Das ist in der Regel steuerfrei – egal ob du die Karten auf eBay, Cardmarket, auf einer Messe oder direkt an einen Händler verkaufst. Typisch ist zum Beispiel die alte Kindheitssammlung vom Dachboden, ein paar doppelte Karten oder eine Sammlung, die du nicht mehr weiterführen möchtest.

Die Ein-Jahres-Frist (private Veräußerungsgeschäfte, § 23 EStG)

Sammelkarten zählen steuerlich zu Gegenständen des täglichen Gebrauchs bzw. zu sonstigen Wirtschaftsgütern. Verkaufst du Karten innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn, ist das ein sogenanntes privates Veräußerungsgeschäft. Der Gewinn muss versteuert werden, sobald deine Gewinne daraus in einem Jahr die Freigrenze von 1.000 € erreichen. Liegst du darunter, bleibt alles steuerfrei. Hast du die Karten länger als ein Jahr besessen, ist der Verkauf grundsätzlich steuerfrei – unabhängig von der Höhe des Gewinns.

Rechenbeispiel: Du kaufst im März ein Display für 150 € und ziehst eine seltene Karte. Im August verkaufst du die Karte für 900 €. Dein Gewinn: 750 €. Da das unter der Freigrenze von 1.000 € liegt (und du keine weiteren Gewinne hattest), zahlst du keine Steuern. Hättest du im selben Jahr weitere Karten mit 400 € Gewinn verkauft, läge der Gesamtgewinn bei 1.150 € – dann wäre der komplette Betrag steuerpflichtig. Wartest du dagegen bis nach März des Folgejahres, ist der Verkauf steuerfrei.

Ab wann wird es gewerblich?

Anders sieht es aus, wenn du regelmäßig Karten, Displays oder Sammlungen ankaufst, um sie mit Gewinn weiterzuverkaufen. Dann kann das Finanzamt von einer gewerblichen Tätigkeit ausgehen. Anzeichen sind etwa viele Verkäufe über einen längeren Zeitraum, gezielter Einkauf zum Weiterverkauf oder ein professioneller Auftritt. In diesem Fall brauchst du eine Gewerbeanmeldung, und es fallen Einkommensteuer sowie gegebenenfalls Umsatzsteuer an.

Melden eBay, Cardmarket & Co. meine Verkäufe?

Ja, unter bestimmten Bedingungen. Seit 2023 gilt das Plattformen-Steuertransparenzgesetz: Online-Marktplätze melden Verkäufer mit mindestens 30 Verkäufen oder mindestens 2.000 € Umsatz pro Jahr an das Bundeszentralamt für Steuern. Wichtig: Eine Meldung bedeutet nicht automatisch, dass Steuern anfallen. Sie sorgt nur dafür, dass das Finanzamt die Daten kennt. Bewahre deshalb Kaufbelege und Hinweise zur Besitzdauer auf, damit du im Zweifel zeigen kannst, dass es sich um einen steuerfreien Privatverkauf handelt.

Was ist die Differenzbesteuerung – und was bedeutet sie für dich?

Wenn du an einen Händler wie uns verkaufst, stellst du keine Rechnung mit Mehrwertsteuer aus. Der Händler versteuert beim späteren Weiterverkauf nur seine Marge, also den Unterschied zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis (§ 25a UStG). Für dich als Privatperson entsteht dadurch kein Aufwand: Du bekommst dein Geld, wir kümmern uns um die Dokumentation.

Am einfachsten: Sammlung direkt an uns verkaufen

Kein Einzelverkauf, keine Plattformgebühren, keine Meldung durch Marktplätze: Beim Verkauf an TCG Germany bewerten wir deine Karten kostenlos und zahlen schnell aus.

Für Händler

Du verkaufst gewerblich? Dann lies unseren Ausführlicher Leitfaden zur Differenzbesteuerung für Händler.

Häufige Fragen

Muss ich den Verkauf meiner Pokémon-Sammlung beim Finanzamt angeben?

Wenn du deine Karten länger als ein Jahr besessen hast, ist der Verkauf in der Regel steuerfrei und muss nicht versteuert werden. Hast du Karten innerhalb eines Jahres mit Gewinn verkauft und liegen deine Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Jahr bei 1.000 € oder mehr, gehören sie in die Steuererklärung.

Gilt die Ein-Jahres-Frist auch für geschenkte Karten?

Bei geschenkten oder geerbten Karten wird in der Regel die Besitzzeit der vorherigen Person mitgezählt. Wer Karten zum Beispiel seit der Kindheit besitzt, liegt fast immer deutlich über der Ein-Jahres-Frist.

Was passiert, wenn ich auf Cardmarket über 2.000 € verkaufe?

Die Plattform meldet deine Verkaufsdaten an das Bundeszentralamt für Steuern. Das heißt aber nicht automatisch, dass Steuern anfallen. Entscheidend sind Haltedauer, Gewinn und ob dein Handeln privat oder gewerblich ist.

Muss ich beim Verkauf an TCG Germany eine Rechnung schreiben?

Nein. Als Privatperson stellst du keine Rechnung mit Mehrwertsteuer aus. Wir dokumentieren den Ankauf und versteuern später nur unsere Marge nach § 25a UStG.

Ab wann gilt Kartenverkauf als Gewerbe?

Wer regelmäßig Karten ankauft, um sie mit Gewinn weiterzuverkaufen, kann gewerblich tätig sein. Dann sind eine Gewerbeanmeldung sowie Einkommen- und gegebenenfalls Umsatzsteuer nötig. Der gelegentliche Verkauf der eigenen Sammlung ist dagegen privat.

Diese Informationen sind allgemeiner Natur und ersetzen keine Steuerberatung.